Allgemeine Informationen über Moot Courts

Die Teilnahme an einem internationalrechtlichen Moot Court  - sei es der Philip C. Jessup Moot Court oder ein vergleichbarer Wettbewerb – bietet eine Reihe von Vorzügen und einmaligen Chancen. Auch wenn Du als Interessierte ( r) Dir schon eigene Gedanken dazu gemacht hast, sollen sie hier noch einmal aufgelistet werden:

 Die Teilnahme an einem Moot Court ist in dem theorielastigen Studium tatsächlich eine der wenigen Möglichkeiten, juristisches Wissen anzuwenden. Bisher hat man in Hausarbeiten und Klausuren die Probleme immer nur nüchtern und abwägend dargestellt. Bei Moot Courts kann man endlich einmal einseitig für „seine“ Partei eintreten, man übt sich darin, Argumente logisch aufzubauen, anderer Leute Argumente auseinander zu nehmen, man reagiert höflich, aber bestimmt auf Ragen der Richter – kurzum: Die Vorbereitungsphase ist ein (kostenfreier) intensiver Kurs in Rhetorik und Argumentationsschulung.

 Der Jessup Wettbewerb findet gänzlich in englischer Sprache statt. Man arbeitet daher englischsprachige Schriftsätze aus und hält auch seine Plädoyers in der fremden Sprache. Alles in allem belegt man somit einen sechsmonatigen Sprachkurs, der gerade im Hinblick auf die Rechtsterminologie sehr gute Kenntnisse vermittelt.

 Schriftsätze und Plädoyers werden von allen Teilnehmern eines Teams gemeinsam vorbereitet. Dabei ist es zwar selbstverständlich, dass die verschiedenen Teilnehmer unterschiedliche Sachgebiete bearbeiten; am Ende aber zählt einzig und allein die Gesamtleistung. Gleiches gilt für die mündlichen Plädoyers: Der schönste Preis für das „beste Plädoyer“ ist praktisch wertlos, wenn das Team insgesamt nur mäßig abschneidet. Teamarbeit wird also bei Moot Courts sehr groß geschrieben. In dieser Hinsicht ist die Teilnahme nicht nur eine Bereicherung des Studiums, sondern auch eine Abwechslung im Vergleich zum Einzelkämpfer-Dasein, das man als Jurastudent sonst führt.

 

Alle weiteren Vorzüge seien nur noch kurz aufgeführt: Natürlich wirkt es nicht ganz übel, wenn man in Lebensläufen auf eine derartig kreative Aktivität verweisen kann. Auch ist es sehr wohltuend, sich einmal über einen längeren Zeitraum einem juristischen Problem widmen zu können, ohne dass nach vier Wochen gleich Abgabe ist.

Vor allem aber bietet die Teilnahme an einem Moot Court die Chance, dem regulären Trott des „normalen“ Studiums für ein Semester zu entfliehen und etwas Neues kennen zu lernen. Vielleicht lernt der eine oder die andere dabei ja sogar, dass die Jurisprudenz (zumindest während des Moot Courts) etwas sehr Lebendiges ein kann und kehrt dann motiviert zum regulären Studium zurück.